Wiederholungstäter #5 – Ulrich Niemer

Warum bin ich schon das zweite Mal bei einem Einsatz für Planet Action in Afrika gewesen?

Nach Verkauf meiner Praxis vor einigen Jahren habe ich endlich das machen können, was ich mir bereits länger vorgenommen hatte: Bei einem humanitären Einsatz unentgeltlich zahnärztliche Hilfe leisten.

Nach sieben Einsätzen in Kenya stieß ich 2017 auf den jungen Verein Planet Action, der Zahnärzte für ein Projekt in Malawi, einem der ärmsten Länder Afrikas, suchte. Malawi kannte ich bereits als wunderschönes Land von zwei touristischen Reisen mit meiner Frau. Und da ich mal eine andere Hilfsorganisation kennen lernen wollte, stand mein Entschluss schnell fest, im März 2018 daran teilzunehmen. Der Einsatz war so gut organisiert, die Vereinsleitung und das Team so engagiert, dass ich mich anschließend schnell zu einem weiteren Einsatz im März 2019 entschlossen habe. Und da auch dieser erneut mit einem ganz tollen Team sehr erfolgreich war, wird es nicht mein letzter für Planet Action gewesen sein.

Wünschen würde ich mir, dass viel mehr ältere Kollegen im Ruhestand mitmachen würden (am besten mehrfach)! Als Lohn winken unvergessliche menschliche und kulturelle Erfahrungen.

"Im Mai 2018 nahm ich am Hilfseinsatz in Madagaskar teil. Es war für mich ein unvergessliches Erlebnis und ich finde, die anderen drei Zahnärzte, die beiden Zahnarzthelferinnen und ich bildeten ein wirklich tolles Team! Sehr erfreut war ich im Rahmen der Vorbereitungen über die riesige Spendenbereitschaft vieler privater Unterstützer, aber auch Vereine.

Nach meiner Reise ließ ich Dankeskarten mit den schönsten Fotos anfertigen, die ich an die Spender verteilte. Besonders hervorheben möchte ich die Kolping-Familie aus meiner Heimatstadt Neumarkt-St. Veit, die mit ihrer Gabe von 1000 € einen großen Beitrag leistete. Zum Dank hielt ich am Donnerstag, den 04.07.2019 einen Fotovortrag, der von den Kolping-Mitgliedern sehr gerne angenommen wurde. Ich war erstaunt, wie präsent meine Erinnerungen auch ein Jahr nach dem Einsatz noch waren. Es machte direkt Appetit auf eine Wiederholungstat!" Veronika Mayr

Nach vier arbeitsreichen Wochen hat sich nun auch das erste Team diesen Jahres aus Malawi wieder gut zu Hause eingelebt. Das Team bestand aus drei Zahnärzten (Ulrich, Hans und Inga), zwei Würzburger Studentinnen (Sonja und Carla), zwei ZFAs (Nina und Sonja) sowie Hans’ Ehefrau Angie.

Ausgerüstet mit einer neuen Absauganlage und Koffern voller Verbrauchsmaterialien, ging es für die Gruppe für einen Monat ans St. Gabriel’s Hospital nach Namitete nahe der Hauptstadt Lilongwe. Dort herrscht durch die mangelnde Zahl an Zahnärzten und der nicht vorhandenen Krankenversicherung deutlicher Bedarf an zahnärztlicher Behandlung. Trotz Unstimmigkeiten mit dem Medical Council vor Ort bezüglich der Arbeitsgenehmigung und der daraus resultierenden Behandlungspause, konnten an den verbleibenden 13 Behandlungstagen knapp 700 Menschen geholfen werden.

Den kompletten Einsatzbericht gibt es hier zum nachlesen. Bilder sind ebenfalls online.

Am 18.05.2019 fand die diesjährige Mitgliederversammlung in Würzburg statt.

Der Vorstand begrüßte im großen Hörsaal im Universitätsklinikum Würzburg die insgesamt 32 angereisten Mitglieder. Eröffnet wurde der offizielle Teil der Mitgliederversammlung durch Dominik Biehler (3. Vorsitzender), der den Jahresbericht vortrug und grafisch die Mitgliederentwicklung veranschaulichte. Im Jahr 2018 wuchs der Verein um 44 neue Mitglieder auf nun ingesamt 162 Mitglieder.

Der Verein trug im vergangenen Jahr einen großen Beitrag zur zahnmedizinischen Versorgung in den Entwicklungsländern Madagaskar und Malawi bei. Die visierten Ziele, zahnbezogene Schmerzen in zahnmedizinisch unterversorgten Regionen Afrikas zu lindern und über Mundgesundheit in Schulen aufzuklären, wurden im vergangenen Vereinsjahr durch acht Auslandseinsätze verfolgt.

Weiterhin wurden am Vormittag Berichte des Vereinskassiers Matthias Schmitt und stellvertretend für die Kassenprüferin vorgetragen.

Die Vereinsgründer und langjährigen Vorstandsmitglieder Dr. Anja Biehler (2. Vorsitzende) und Dominik Biehler (3. Vorsitzender) traten nicht mehr zu Wahl an. Als Nachfolger wurden Miriam Markfort (2. Vorsitzende) und Marie-Luise Steinborn (3. Vorsitzende) einstimmig von den Mitgliedern gewählt. Dominik und Anja haben für den Verein intensive Arbeit verrichtet. Mit ihrem vielseitigen Engagement und ihren zahlreichen Ideen prägten sie im Wesentlichen die Vereinsstrukturen. Dafür gebührt Ihnen große Dankbarkeit!

Seit 2018 existiert vereinsintern ein Mentoringprogramm, das zur Verbesserung der Kommunikation während der Einsatzplanung und Betreuung der Einsatzleistenden eingeführt wurde. Dominik Biehler warb für das etablierte Modell.

Im Anschluss präsentierte Therese Nordmann ihren nachhaltigen Konzeptentwurf „Bambuszahnbürsten in Madagaskar“.

Vor der Mittagspause positionierten sich alle Mitglieder zum traditionellen Gruppenfoto auf den Kliniktreppen. Bei einem bunten Mittagsbuffet aus mitgebrachten Speisen wurden Erlebnisse ausgetauscht und Interessenten hilfreiche Tipps für den bevorstehenden Einsatz mitgegeben.

Am Nachmittag wurden von den Einsätzen des vergangenen Vereinsjahres in Bildervorträgen berichtet. Dabei imponierten farbintensive afrikanische Motive und spannende Erzählungen. Weiterhin wies Jennifer Greule in die soziale Netzwelt ein und trug Möglichkeiten und Grenzen der sozialen Netzwerke vor. Planet Action ist seit 2018 in den sozialen Medien Facebook und instagram vertreten. Abschließend bedankte sich der Vorstand bei allen Angereisten, die auf unterschiedliche Weise die Veranstaltung mitgestaltet haben und freut sich auf weitere Zusammenarbeit im neuen Jahr.

> Bilder von der MGV <

Das Team April Madagaskar 2019 ist gerade wohlbehalten von ihrem zweiwöchigen Hilfseinsatz zurückgekehrt. Mit drei ZFAs und fünf Zahnärztinnen und Zahnärzten war das Team bestens zusammengestellt. Zudem kam eine neue chirurgische Absauganlage zum Einsatz. Es war bereits der zweite Einsatz von Planet Action in Madagaskar in diesem Jahr. Dieses Mal brachte das Team zahnärztliche Hilfe in die Einrichtung Soltéc in der Hauptstadt Antananarivo und in die ländliche Gemeinde Fandriana, die etwa 300 Kilometer südlich der Hauptstadt liegt. Gerade in den ländlichen Gebieten ist die zahnmedizinische Versorgung der Bevölkerung leider sehr schlecht und es gab einen großen Andrang an Patienten zu bewältigen. Insgesamt behandelte das Team knapp 500 Patienten und zog knapp 1600 zerstörte Zähne. Zahnbürsten und Zahnpasten sind in Madagaskar für die durchschnittliche Bevölkerung sehr teuer. Daher wurden diese aus Deutschland eingeführt und kostenlos verteilt. Zudem wurden die Menschen vor Ort darin geschult, richtig Zähne zu putzen, um ein besseres Bewusstsein für gute Mundhygiene zu schaffen.

Zeitungsartikel einer madagassischen Zeitung ins Deutsche übersetzt:

Während von der Weltgesundheitsorganisation 1 Zahnarzt pro 1500 Einwohner gefordert wird, beträgt der Anteil in Madagaskar 1 Zahnarzt pro 30.000 Einwohner. Während in der Auftragstabelle 1.214 Zahnärzte eingetragen sind, sind davon bereits einige tot und andere nicht mehr im Amt. 763 davon sind tatsächlich in der Praxis tätig, wie von Isabelle Rabenanahary, Präsidentin der Zahnärztekammer in Madagaskar, angeben wird. Dieser Zahnärztemangel ist ein Grund für die Existenz von Pseudo-Zahnärzten, Personen, die keine Ausbildung auf dem Gebiet der Zahnheilkunde erhalten haben. In den letzten Jahren wurden zwölf von ihnen aufgedeckt und fünf vor Gericht gebracht. Einige wurden zu Haftstrafen verurteilt, während andere freigelassen wurden.

Wir dürfen die Mundgesundheit nicht vernachlässigen, solche Nachlässigkeit kann andere Probleme verursachen, die mit dem Sehvermögen, dem Herz, dem Gelenk oder der Leber zusammenhängen. Am 18. und 19. April 2019 trafen sich madagassische Zahnärzte zu den Nationalen Tagen der Odonto-Stomatologie in Pavé Antaninarenina. Eine Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und die Schwierigkeiten zu diskutieren, mit denen die Zahnärztekammer konfrontiert ist. Dr. Vincent Rakotoarison, Direktor des Kampfes gegen übertragbare Krankheiten, betont, dass Anstrengungen unternommen werden, um die Gesundheitseinrichtungen auf einen besseren Standard zu bringen.

Quelle: http://matv.mg/sante-1-dentiste-pour-30-000-habitants/

Im Rahmen der Internationalen Dental-Schau (IDS) in Köln fand am 15.03.2019 die Konferenz der zahnärztlichen Hilfsorganisationen statt, die alle zwei Jahre durch die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) ausgerichtet wird. Zahlreiche im In- und Ausland tätige zahnärztliche Hilfsprojekte tauschten sich hier zu verschiedenen Themen des zahnärztlichen Ehrenamtes aus. Zwei unserer Mitglieder waren auch dabei, um ihren Beitrag und ihren Teil zum Gelingen des Treffens beizutragen.

Link zum Artikel in der zm: https://www.zm-online.de/news/gesellschaft/helfen-und-heilen-gehoeren-zusammen

Wiederholungstäter #4 – Michael Rumpf

In einem halben Jahr ist es wieder soweit: Ich starte im August mit einer Gruppe von jungen zukünftigen Kolleginnen und Kollegen nach Madagaskar zu einem erneuten zahnärztlichen Hilfseinsatz unter der bewährten Organisation Planet Action. Warum wird man zum „ Wiederholungstäter“ und nimmt  Mühen und Zeit für solch eine Hilfsaktion auf sich?

Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Welt und die gesundheitliche Versorgung besonders im zahnärztlichen Bereich ist äußerst schlecht. Dabei bietet Madagaskar eine überbordende Fülle von traumhaften Landschaften und eine liebenswerte Art der sympathischen Einwohner, die trotz der Armut eine Fröhlichkeit und innere Gelassenheit ausstrahlen. Obwohl das Land von vielen Organisationen finanziell unterstützt wird, kommen gerade in ländlichen Regionen diese Mittel kaum an. Die Zahngesundheit der Bevölkerung ist durch die kariogene Ernährung und die nicht vorhandene Versorgung bisweilen erschreckend. Der Sanierungsbedarf ist riesig und die Zahl der Patienten groß. Deshalb ist ein Einsatz unter diesen Umständen zwar eine Herausforderung, aber er bringt nicht nur eine echte Hilfeleistung für die Menschen, sondern ist für die Teilnehmer eine Lebenserfahrung, die einem wohl für immer in Erinnerung bleibt. Die Dankbarkeit der Patienten ist riesig und die Erfahrungen, die man in der Einsatzgruppe sammelt, sind nicht nur für die "Jungen" von größter Nachhaltigkeit und ein gutes Rüstzeug vor allem für die chirurgische Behandlung in der Praxis. Auch die Eindrücke von dem faszinierenden Land mit seinen Traumstränden und einer beeindruckenden Flora und Fauna gehören zu den unvergesslichen Erlebnissen eines solchen Einsatzes. Hierfür bleibt immer etwas Zeit bzw. werde ich dieses Mal ein paar Urlaubstage zusätzlich einplanen. Als älterer Kollege hat mich auch besonders gefreut, dass wir mit unserem zahnärztlichen Nachwuchs auf diese Weise einen intensiven Erfahrungsaustausch pflegen und für die weitere berufliche Tätigkeit mit gut gemeinten Ratschlägen gerne zur Stelle sein können.

Ich würde mich freuen, wenn viele erfahrene Kolleginnen und Kollegen diesem Beispiel folgen und die Idee und den Einsatz von Planet Action unterstützen.

Unser erster Einsatz im Jahr 2019 ist gerade voll im Gange. An insgesamt drei Schulen in Madagaskar arbeitet unser aktuelles Team. Die erste Schule befindet sich in der Hauptstadt Tana , die zweite in Andasibe und die dritte in Ambalavao. Das insgesamt neunköpfige Einsatzteam arbeitet auf Hochtouren, um möglichst vielen Kindern eine zahnärztliche Behandlung zu ermöglichen und viel Gruppenprophylaxe und Aufklärungsarbeit zu leisten. An dieser Stelle möchten wir uns für euer Engagement und Herzblut bedanken! Habt noch eine tolle Zeit!

Mit einem Madagaskar Hilfseinsatz wurde im Frühjahr 2015 der Grundstein für Planet Action gelegt. Seitdem erobert unsere Organisation Jahr für Jahr die ostafrikanische Insel und reist an immer entlegenere Ecken des Landes, damit immer mehr der 26 Mio. Einwohner von unserer Behandlung profitieren können. Madagaskar ist ein sehr großes Land und damit unsere Teams nicht unnötig viel Zeit mit Transportwegen verbringen müssen, haben wir mittlerweile zwei feste Materiallager vor Ort, die gezielt angesteuert werden können und von denen aus das Abenteuer Hilfseinsatz starten kann. Beide Materiallager werden ab 2020 von mir, Therese Nordmann, von Deutschland aus betreut. Ich bin im Mai 2018 für einen Hilfseinsatz nach Madagaskar geflogen und war so begeistert, dass ich von Deutschland aus für Planet Action weiter aktiv bleiben möchte. Und das tue ich nun in Form der Materialmanagerin für die beiden Materiallager auf der Insel. Unser Team hat damals das erste Materiallager in der Hauptstadt Antananarivo, unweit vom Flughafen angesteuert. Bei der Einrichtung Soltec des Deutsch-Madagassischen-Vereins Esslingen kommen einige Koffer und Kisten mit zahnärztlichen Instrumenten, Verbrauchsmaterialien, Arbeitskleidung und sogar einer mobilen Einheit unter. Von hier aus sind wir, sowie auch alle Einsatzteams, die den nördlichen Teil der Insel bereisen, gestartet. Das zweite Materiallager befindet sich in der Schule Marillac in Fort Dauphin im Süden und wird folglich angesteuert, wenn die Gruppen im Süden unterwegs sind. Nach getaner Arbeit findet das Instrumentarium dann wieder den Weg zurück zum Lager. Hier müssen die Teilnehmer dann alles nochmal ganz genau durchzählen und sauber verstauen. Mit der Inventur wird jeder Hilfseinsatz abgeschlossen. Die Listen werden dann abschließend wieder an mich weitergeleitet und ich bereite anhand dieser die Materialbeschaffung für das nächste Einsatzteam vor.

Wiederholungstäter #3 – Hans Lohr

Die Frage: Warum beteilige ich mich wieder bei einem Hilfseinsatz in Malawi?

Meine Antwort:

  • weil ich aus eigener Erfahrung weiß, dass Hilfe dort dringend benötigt wird
  • die Menschen sich keine zahnärztliche Behandlung leisten können und das bei einer Zahnarztdichte von 1 : 450 000
  • weil ich denke, dass es nach Beendigung meiner Praxistätigkeit eine gute Idee ist, für den (Un-)Ruhestand, unentgeltlich Menschen zu helfen, die es in ihrem Leben nicht so gut haben
  • weil der Einsatz durch Planet Action perfekt vorbereitet und durchgeführt wurde.
  • und ich nicht weiß, wie man es besser machen könnte
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